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... aus Kosmokonzeption (Max Heindel)

Die Lemurische Rasse


Wir sind nunmehr in der Lage, die folgenden Belehrungen über die Menschen zu verstehen, die in dem späteren Teil der lemurischen Epoche lebten, und die wir die lemurische Rasse nennen.

Die Atmosphäre von Lemurien war noch sehr dicht, etwa wie der Feuernebel der Mondperiode, doch noch dichter als er. Die Erdkruste begann eben an manchen Stellen ganz hart und fest zu werden, während sie an anderen Stellen noch feurig war, und zwischen Inseln von Erdrinde waren Ozeane siedenden Wassers.

Vulkanische Ausbrüche und Überschwemmungen bezeichneten die Zeit, in der die inneren Feuer schwer gegen die Bildung der umgebenden Wälle kämpften, die sie gefangen nehmen sollten.

Auf den härteren und verhältnismäßig kühleren Stellen lebte der Mensch, umgeben von Riesenfarnwäldern und Tieren ungeheurer Größe. Die Körper der Menschen und Tiere waren noch ganz bildsam. Das Skelett hatte sich gut ausgebildet und der Mensch hatte große Fähigkeiten, sein eigenes Fleisch und das der Tiere um ihn zu formen.

Von seiner Geburt an konnte er hören und fühlen, aber seine Lichtwahrnehmungen kamen erst später hinzu. Wir haben analoge Fälle bei Tieren, wie bei Hunden und Katzen, deren Junge den Gesichtssinn erst einige Zeit nach der Geburt erlangen. Die Lemurier hatten keine Augen. Sie hatten zwei empfindliche Flecke, die durch das Sonnenlicht getroffen wurden, das schwach durch die feurige Atmosph┬Őre des alten Lemuriens schien. Den Gesichtssinn, wie wir ihn heute haben, erlangte der Mensch aber erst gegen das Ende der atlantischen Epoche. Bis zu dieser Zeit wurde ständig an der Erbauung des Auges weitergearbeitet. Solange die Sonne innen wahrgenommen wurde und während die Erde einen Teil dieser lichtspendenden Sonnenmasse bildete, benötigte der Mensch keine Beleuchtung von außen, er war selbstleuchtend. Als aber die dunkle Erde sich von der Sonne trennte, musste das Licht körperlich erfasst werden. Daher nahm der Mensch die Lichtstrahlen wahr, welche ihn berührten. Die Natur baute das Auge als Lichtwahrnehmer auf, als Erwiderung auf die Forderung der bereits bestehenden Funktion, was ohne Ausnahme der Fall ist, wie Professor Huxley so glänzend gezeigt hat. Die Amöbe hat keinen Magen und doch verdaut sie. Sie ist ganz Magen. Die Notwendigkeit, Nahrung zu verdauen, erschuf im Lauf der Zeit den Magen, doch fand die Verdauung bereits statt, ehe der Ernährungskanal gebildet war. Im analogen Fall rief die Lichtwahrnehmung die Erbauung des Auges hervor. Das Licht selbst baut und erhält das Auge. Wo kein Licht ist, kann auch kein Auge sein.

Wenn Tiere sich zurückziehen, in Höhlen leben und sich vom Licht fern halten, degenerieren und verkümmern ihre Augen, weil keine Lichtstrahlen da sind, um sie zu erhalten, und weil im Finstern keine Augen nötig sind. Der Lemurier ben┬Ütigte Augen; er hatte eine Lichtwahrnehmung, und das Licht begann, das Auge in Erwiderung seiner Forderung aufzubauen.

Seine Sprache bestand aus Klängen ähnlich den Naturlauten. Das Seufzen des Windes in den ungeheuren Wäldern, die in großer Üppigkeit in diesem subtropischen Klima wuchsen, das Rieseln des Baches, das Heulen des Sturmes, denn Lemurien war sturmdurchbraust, der Donner des Wasserfalls und das Brüllen der Vulkane waren ihm Stimmen der Götter, als deren Abkömmling er sich wusste.

Von der Geburt seines Körpers wusste er nichts. Er konnte weder ihn noch irgend etwas anderes sehen, er nahm aber seine Mitgeschöpfe wahr. Es war jedoch eine innere Wahrnehmung, so wie unsere Wahrnehmung der Menschen und Dinge in Träumen, nur mit dem wichtigen Unterschied, dass seine Traumwahrnehmung klar und vernünftig war.

So wusste er nicht das mindeste von seinem Körper, ja, er wusste nicht einmal, dass er einen Körper besaß, so wie wir uns des Besitzes unseres Magens nicht bewusst sind, solange er gesund ist. Wir bemerken sein Dasein nur, wenn ein Missbrauch uns dort Schmerzen empfinden lässt. Unter normalen Umständen sind wir uns seiner Wirkungsweise völlig unbewusst. So ähnlich diente der Körper dem Lemurier ganz ausgezeichnet, obwohl er sich seines Daseins nicht bewusst war. Schmerz war das Mittel, um ihn zur Wahrnehmung seines Körpers und der Außenwelt zu bringen.

Alles, was mit der Fortpflanzung der Rasse und der Geburt in Verbindung stand, wurde auf Geheiß der Engel unter der Anleitung Jehovas, des Regenten des Mondes, ausgeführt. Die Zeugungstätigkeit wurde zu bestimmten Zeiten im Jahr vollzogen, wenn die Kraftlinien, die von Planet zu Planet liefen, im richtigen Winkel gebrochen wurden. So begegnete die schöpferische Kraft keinem Widerstand und die Geburt war schmerzlos.

Die Menschheit war sich der Geburt nicht bewusst, da sie zu dieser Zeit von der physischen Welt so wenig wusste, wie wir jetzt während des Schlafes. Nur durch die innige Berührung der geschlechtlichen Verbindung wurde sich der Mensch des Fleisches bewusst, und der Mann "erkannte" seine Frau. Das zeigt sich in solchen Bibelstellen wie "Adam erkannte Eva und sie gebar Seth", "Elkanah erkannte Hannah und sie gebar Samuel", und der Frage Marias: "Wie soll ich empfangen, da ich keinen Mann kenne?" Das ist auch der Schlüssel zur Bedeutung des "Baumes der Erkenntnis" dessen Früchte Adam und Eva die Augen öffneten, so dass sie zum Bewusstsein des Guten und Bösen kamen. Vorher hatten sie nur das Gute gekannt. Als sie aber begannen, die schöpferische Tätigkeit unabhängig auszuüben, kannten sie die Sterneneinflüsse nicht, wie dies bis auf den heutigen Tag der Fall ist. Jehovas vermeintlicher Fluch war nicht im mindesten ein Fluch. Es war eine einfache Feststellung der Wirkung, die unbedingt eintreten musste, sobald die Zeugungskräfte gebraucht wurden, ohne den Einfluss der Gestirnsstrahlungen auf die Geburt in Betracht zu ziehen.

Dadurch ist hauptsächlich die unwissende Anwendung der Zeugungskraft für Schmerz, Krankheit und Kummer verantwortlich.

Der Lemurier kannte keinen Tod. Wenn sein Körper jedoch im Ablauf langer Jahre hinwelkte, trat er in einen anderen ein. Diese Veränderung kam ihm nicht zum Bewusstsein. Der Brennpunkt seines Bewusstseins lag nicht in der physischen Welt. Daher war das Ablegen eines Körpers und das Aufnehmen eines anderen ihm nicht mehr als das Abfallen eines Blattes oder Zweiges von einem Baum und deren Ersatz durch ein neues Wachsen.

Die Sprache war den Lemuriern etwas Heiliges. Sie war keine tote Sprache wie die unsere, kein bloßes ordnungsmäßiges Aneinanderreihen von Lauten. Jeder Ton, der von den Lemuriern geäußert wurde, hatte Gewalt über seine Mitgeschöpfe, über die Tiere und selbst über die Natur um ihn. Darum wurde unter der Leitung der Herren der Venus, welche die Boten Gottes, die Vermittler der schöpferischen Hierarchien waren, die Kraft der Rede mit großer Ehrfurcht als etwas höchst Heiliges angewandt.

Die Erziehung der Knaben unterschied sich wesentlich von der Mädchen. Die lemurische Methode der Erziehung erscheint unserer überfeinerten Empfindsamkeit anstößig zu sein. Um die Gefühle des Lesers zu schonen, soll nur das weniger Grausame berührt werden. Bei ihrer außerordentlich streng erscheinenden Erziehung muss man dessen eingedenk sein, dass der lemurische Körper nicht annähernd so feinfühlig war wie die menschlichen Körper unserer Tage, und auch, dass das außerordentlich schwache Bewusstsein überhaupt nur durch die härtesten Maßregeln getroffen werden konnte.

Als im Lauf der Zeit das Bewusstsein mehr und mehr erwachte, wurden solch strenge Maßregeln wie die damals angewandten unnötig und verschwanden. Doch waren sie zu jener Zeit unentbehrlich, um die schlummernden geistigen Kräfte zum Bewusstsein der Außenwelt zu erwecken. Die Erziehung der Knaben hatte als besonderes Ziel die Entwicklung des Willens. Sie wurden veranlasst, sich gegenseitig zu bekämpfen, wobei diese Kämpfe außerordentlich brutal waren. Sie wurden gepfählt und mussten, obwohl sie die volle Macht besaßen, sich zu befreien, trotz des Schmerzes auf den Pfählen bleiben, um sich in Willenskraft zu üben. Sie lernten, ihre Muskeln zu spannen und durch Anstrengung des Willens ungeheure Lasten zu tragen.

Die Erziehung der Mädchen hatte den Zweck, ihre Vorstellungskraft (Imagination) zu entwickeln. Sie wurden auch einer strengen und schweren Behandlung unterzogen. Die Mädchen wurden in die großen Wälder hinausgeschickt, um die Klänge des Windes in den Baumwipfeln auf sich wirken zu lassen und den wütenden Ausbrüchen der Fluten und des Sturmes zu lauschen. So verlernten sie die Furcht vor diesen Ausbrüchen der Natur und erkannten die erhabene Größe der kämpfenden Elemente. Die häufigen vulkanischen Ausbrüche wurden als Erziehungsmittel besonders hoch geschätzt, da sie der Erweckung der Fähigkeit des Gedächtnisses besonders förderlich waren.

Diese Erziehungsmethoden kämen in unseren Tagen nicht in Frage. Sie weckten im Lemurier keine Furcht, da er kein Gedächtnis hatte. Alle seine schmerzlichen oder entsetzlichen Leiden waren vergessen, sobald sie vorüber waren. Diese strengen, oben erwähnten Erfahrungen dienten zur Entwicklung des Gedächtnisses. Die heftigen und unaufhörlich wiederholten Eindrücke von außen sollten sich dem Gehirn einprägen, da das Gedächtnis eine Notwendigkeit ist, damit die Erfahrungen der Vergangenheit die Handlungen der Gegenwart leiten können.

Die Erziehung der Mädchen entwickelte ein erstes, keimendes, flackerndes Gedächtnis. Der erste Begriff von gut und böse wurde von ihnen gebildet, da ihre Erfahrungen hauptsächlich auf die Vorstellungskraft (Imagination) wirkten. Die Erfahrungen, die am wahrscheinlichsten eine Erinnerung zurücklassen würden, hielt man für "gut", solche, die nicht zu diesem heißersehnten Resultat führten, galten als "schlecht".

So wurde die Frau Wegbereiterin der Kultur, da sie die erste war, welche die Idee eines guten Lebens entwickelte. Sie wurde die geachtete Aufklärerin der Alten und hat in dieser Hinsicht bis heute würdig die Vorhut gehalten. Selbstredend ist, da alle Ego sich abwechselnd als Männer oder Frauen verkörpern, dass keine tatsächliche Überlegenheit vorhanden ist. Es ist einfach so, dass jene, die zu einer gegebenen Zeit im dichten Körper einer Frau leben, einen positiven Lebensleib haben und daher geistigen Antrieben zugänglicher sind als solche mit einem negativen Lebensleib wie die Männer.

Wie wir gesehen haben, war der Lemurier der geborene Magier. Er fühlte sich als Abkömmling Gottes, als geistiges Wesen; daher war das Ziel seines Fortschrittes nicht der Gewinn geistiger, sondern materieller Kenntnisse. Die Einweihungstempel für die Fortgeschrittensten brauchten dem Menschen seinen hohen Ursprung nicht erst zu offenbaren oder ihn zur Ausübung magischer Kräfte zu erziehen; ihn zu lehren, wie er in der Empfindungswelt und den höheren Welten zu handeln habe. Diesen Unterricht benötigt man heute, weil der Durchschnittsmensch weder Kenntnisse der geistigen Welt hat, noch in überphysischen Welten handeln kann. Der Lemurier jedoch hatte auf seine Weise diese Kenntnis und konnte diese Fähigkeiten ausüben, er kannte aber weder die Gesetze des Kosmos noch die Tatsachen der physischen Welt, die bei uns allgemein bekannt und nichts außergewöhnliches sind.

Darum wurde ihm in der Schule der Einweihung die Kunst gelehrt, die Naturgesetze und jene Tatsachen zu erkennen, die sich auf die physische Welt bezogen. Sein Wille wurde gestärkt, seine Vorstellungskraft (Imagination) und sein Gedächtnis erweckt, so dass er Erfahrungen verbinden, Pläne und Mittel zu Handlungen entwerfen konnte, wenn seine vergangenen Erfahrungen ihm keine geeigneten Richtlinien angaben.

So waren die Einweihungstempel der lemurischen Zeiten hohe Schulen zur Pflege der Willenskraft und der Vorstellungskraft, einschließlich "weiterführender Kurse für Fortgeschrittene" in Kunst und Wissenschaft.

Obwohl der Lemurier der geborene Magier war, missbrauchte er seine Kraft niemals, da er sich in Verbindung zu den Göttern fühlte. Unter der Anleitung der Botschafter der Götter, von denen bereits die Rede war, wurden seine Kräfte darauf gerichtet, Formen in der Tier- und Pflanzenwelt zu bilden.

Für den Materialisten mag es schwer zu verstehen sein, wie er diese Arbeit leisten konnte, ohne die umgebende Welt zu sehen. Es ist richtig, dass der Mensch nicht sehen konnte, so wie wir heute diesen Ausdruck verstehen und Gegenstände der physischen Welt mit unseren Augen erkennen. So wie die reinsten unserer Kinder noch heute hellsichtig sind, solange sie in einem Zustand s┬čndloser Unschuld bleiben, so besaßen die Lemurier, die noch rein und sündlos waren, eine innere Wahrnehmung, die ihnen zwar nur eine schwache Vorstellung von der äußeren Gestalt eines Gegenstandes gab, seine innere Natur jedoch um so heller erleuchtete und seine Seeleneigenschaften mit einer geistigen Wahrnehmungskraft durchschien, die aus unschuldiger Reinheit geboren war.

Aber Unschuld ist nicht gleichbedeutend mit Tugend. Unschuld ist das Kind der Unwissenheit. Sie konnte in einem Weltall, das als Ziel die Erlangung der Weisheit hat, nicht bestehen bleiben. Um dieses Ziel zu erreichen, ist Unterscheidung von Gut und Böse, von Recht und Unrecht sowie Wahl der Handlung ein Haupterfordernis.

Wenn der Mensch in voller Kenntnis der Wahlfreiheit sich auf die Seite des Guten und Rechten stellt, so pflegt er Tugend und Weisheit. Wenn er der Versuchung unterliegt und wissentlich Unrecht tut, so fördert er das Laster.

Gottes Pläne können nicht zunichte gemacht werden. Jede Handlung ist der Saatgrund für das Gesetz der Ursache und Wirkung. Wir ernten, was wir säen. Die Pflanzen falscher Handlungen tragen Blüten des Kummers und der Leiden, und wenn der Same in ein geläutertes Herz fällt, wenn er durch Reuetränen begossen wurde, wird zur rechten Stunde die Tugend daraus erblühen.

Welche gesegnete Verheißung, dass jedes Übel, das wir begehen, einst in Gutes gewandelt werden kann. Im Königreich unseres Vaters kann nur das Gute beständig sein.

Darum ist der "Fall" mit seinen folgenden Schmerzen und Leiden nur ein vorübergehender Zustand, in dem wir durch ein Glas dunkel sehen. Bald aber werden wir den Gott im Inneren und Äußeren von Angesicht zu Angesicht schauen, denn er ist immer wahrnehmbar denen, die reinen Herzens sind.

Fortsetzung:

Der Fall des Menschen



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