Suche


 

Suchen über Navigation


 

Ein urteilsfähiger Intellekt

Ein fühlendes Herz

Ein gesunder Körper

 

 
 

... aus Kosmokonzeption (Max Heindel)

Die Zahl des Tieres


Dem Blick des geübten Hellsehers, des Eingeweihten in die verschiedenen Grade der Mysterien, erscheint die Erde in Schichten gebaut, ähnlich wie eine Zwiebel, eine Schicht legt sich über die andere. Die Erde hat neun solcher Lagen und das innere Herz, was im ganzen zehn macht. Diese Schichten werden dem Eingeweihten nach und nach enthüllt. Bei jeder Einweihung wird ihm eine Schicht zugänglich, so dass er am Ende der neun kleineren Einweihungen Meister aller Schichten ist, jedoch noch immer keinen Zutritt zu den Geheimnissen des Herzens (des Kerns) besitzt.

In der alten Redeart heißen diese neun Schritte die "kleineren Mysterien". Sie führen den Neophyten (Neuling) bewusst durch alles, was sich auf seine vergangene Entwicklung und auf die Tätigkeit der Existenz während der Zeit der Involution bezieht, so dass er die Art und den Sinn der Arbeit verstehen lernt, die er damals unbewusst verrichtete. Er erfährt, wie die gegenwärtige neunfache Zusammensetzung (der dreifache Körper, die dreifache Seele und der dreifache Geist) ins Sein traten, wie die großen schöpferischen Hierarchien an den jungfräulichen Geistern arbeiteten, in ihnen das Ego erweckten und ihnen halfen den Körper zu bilden, und auch welche Arbeit der Mensch geleistet hat, um aus dem dreifachen Körper so viel von der dreifachen Seele herauszuziehen, wie er gegenwärtig besitzt. Einen Schritt nach dem andern wird er durch die neun Stufen der kleineren Mysterien, durch die neun Schichten der Erde hindurchgeführt.

Die Zahl 9 ist die Grundzahl unseres gegenwärtigen Entwicklungszustandes. Sie hat eine besondere Bedeutung in unserem System, die keine andere Zahl hat. Sie ist die Zahl Adams, des Lebens, das den menschlichen Zustand während der Erdperiode erreichte. Im Hebräischen sowie im Griechischen gibt es keine Zahlenzeichen, doch hat ein jeder Buchstabe auch einen Zahlenwert. Im Hebräischen heßt Adam "ADM". Der Wert von "A" ist eins, von "D" vier und von "M" vierzig. Zählen wir diese Zahlen zusammen, so erhalten wir: 1 + 4 + 4 + 0 = 9, die Zahl Adams oder der Menschheit.

Wenn wir uns von der Genesis (1. Mose), die sich mit der Erschaffung des Menschen in grauer Vergangenheit befasst, dem Buch der Offenbarungen zuwenden, das seine künftigen Vervollkommnungen behandelt, so finden wir als Zahl des Tieres, "dem gegeben ward zu streiten" (Off. Joh. 13,7): 666. Zählen wir diese Ziffern zusammen, 6 + 6 + 6 = 18, und weiter: 1 + 8 = 9, dann erhalten wir wieder die Zahl der Menschheit, die selbst Ursache allen Übels ist, das sie an ihrem eigenen Fortschritt hindert. Gehen wir zur Zahl derer über, die gerettet werden sollen, so finden wir, dass sie 144.000 ist. Wenn man wie früher zusammenzählt, so erhalten wir wieder: 1 + 4 + 4 + 000 = 9, wieder die Zahl der Menschheit. Dadurch wird praktisch gezeigt, dass sie in ihrer Ganzheit gerettet werden soll. Die Zahl der für den Fortschritt in unserer gegenwärtigen Evolution Unfähigen ist im Vergleich zum großen Ganzen außerordentlich gering, und selbst die, welche versagen, sind nicht verloren, sondern werden mit einer späteren Lebenswoge fortschreiten.

Das Bewusstsein der Mineralien und der Pflanzen ist in Wahrheit Unbewusstheit. Der erste Schimmer des Bewusstseins beginnt im Tierreich. Wir haben auch gesehen, dass es im Tierreich nach den modernsten Klassifizierungen 13 Klassen gibt (1909). Drei Klassen von Strahltieren, drei Klassen der Mollusken, drei Klassen von Gliedertieren und vier Klassen von Wirbeltieren.

Wenn wir die gewöhnliche Menschheit als eine Klasse für sich betrachten und uns erinnern, dass 13 Einweihungen zwischen dem Menschen und Gott liegen von der Zeit an, in der er begann, eine selbstbewusste, schöpferische Intelligenz zu sein, so haben wir wieder die Zahl 9: 13 + 1 + 13 = 27, 2 + 7 = 9.

Die Zahl 9 ist auch in dem Alter des Jesus Christus verborgen; 33: 3 x 3 = 9, und ebenso in den 33 Graden der Freimaurer. In alten Zeiten war das Freimaurertum ein System der Einweihung in die kleineren Mysterien, die, wie wir gesehen haben, 9 Grade haben, doch schreiben die Eingeweihten oft von 33 Graden. Ebenso liest man vom 18. Grad der Rosenkreuzer, was nur eine "Blendung" der Uneingeweihten war, denn in keinem kleineren Mysterium sind jemals mehr als 9 Grade. In den Graden der Freimaurer unserer Tage ist nur noch sehr wenig vom okkulten Ritus erhalten.

Wir haben auch die 9 Monate der Schwangerschaft. Während dieser Zeit wird der menschliche Körper bis zu seinem gegenwärtigen Grad der Brauchbarkeit aufgebaut; auch befinden sich in unserem Körper neun Öffnungen: zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund und die zwei unteren Öffnungen.

Wenn der fortschreitende Mensch durch die neun kleineren Einweihungen hindurchgegangen ist und dadurch Zugang zu allen Schichten der Erde gewonnen hat, so muss noch der Zutritt in das Innerste der Erde erlangt werden. Dieses eröffnet sich ihm bei der ersten großen Einweihung, in der er das Mysterium des Intellekts kennenlernt, jenen Teil seines Wesens, der auf der Erde begann. Wenn er für die erste große Einweihung bereit ist, so hat er seinen Intellekt in einem solchen Grad entwickelt, wie ihn zu erreichen die Bestimmung aller Menschen während der Erdperiode ist. In dieser Einweihung erhält er den Schlüssel zur folgenden, und alle Arbeit, die er von hier an leistet, wird im allgemeinen auch von der Menschheit während der Jupiterperiode geleistet werden und betrifft uns gegenwärtig nicht.

Nach seiner ersten großen Einweihung ist er ein Adept. Die zweite, dritte und vierte Einweihung gehören der Entwicklungsstufe an, die von der allgemeinen Menschheit während der Jupiter-, Venus- und Vulkanperiode erreicht werden wird.

Diese dreizehn Einweihungen werden symbolisch durch Christus und seine zwölf Apostel dargestellt. Judas Ischariot symbolisiert das verräterische Streben der niederen Natur des Neophyten (Neulings). Der Lieblingsjünger Johannes ist die Venuseinweihung, und Christus selbst stellt den göttlichen Eingeweihten der Vulkanperiode dar.

In den verschiedenen Schulen der okkulten Wissenschaft sind auch die Riten der Einweihung verschieden, ebenso die Feststellungen über die Zahl der Einweihungen. Das ist aber lediglich eine Angelegenheit der Klassifikation. Man wird bemerken, dass unbestimmte Beschreibungen, die gegeben werden können, immer unbestimmter und allgemeiner werden, je höher man steigt. Wo man von sieben und mehr Graden spricht, wird von der sechsten Einweihung beinahe nichts gesagt, und überhaupt nichts von den darüberstehenden. Das beruht auf einer anderen Einteilung, die sechs Schritte der "Vorbereitung" und vier Einweihungen angibt, die den Kandidaten am Ende der Erdperiode zum Adeptentum bringen. Außerdem muss es, wenn die Philosophie der jeweiligen Schule so weit geht, immer noch drei weitere geben. Der Verfasser weiß aber von niemandem als den Rosenkreuzern, die etwas von den drei Perioden, die der Erdperiode vorangingen, zu sagen hätten, außer der Feststellung, dass es solche Perioden gab. Sie werden ziemlich unbestimmt mit unserer gegenwärtigen Daseinsphase in Beziehung gebracht.

Gleicherweise stellen andere okkulte Lehren einfach fest, dass noch weitere Evolutionspläne folgen werden, geben aber keine Einzelheiten. Selbstverständlich werden unter solchen Umständen die drei letzten Einweihungen nicht erwähnt.

Diagramm 18 wird eine Vorstellung von der Anordnung der Erdschichten geben. Der innere Kern ist ausgelassen, um die Schleifenlinienbildung in der neunten Erdschicht deutlicher darzustellen. Im Diagramm werden die Schichten in gleicher Dicke dargestellt, obwohl in Wirklichkeit manche viel dünner als andere sind. Mit der Außenseite beginnend, erscheinen sie in folgender Anordnung:

1. Die mineralische Erde: Das ist die steinige Erdrinde, mit der sich die Geologie befasst, soweit sie einzudringen vermag.

2. Die Flüssigkeitsschicht: Die Materie dieser Schicht ist flüssiger als die äußere Rinde, jedoch nicht wässrig, sie gleicht eher einem dicken Teig. Sie hat die Eigentümlichkeit der Ausdehnung gleich einem sehr explosiven Gas und wird nur durch den ungeheuren Druck der äußeren Erdrinde zusammengehalten. Würde man diese entfernen, so verschwände die ganze flüssige Schicht im Raum mit einer furchtbaren Explosion. Diese Schicht entspricht der chemischen Region und der Ätherregion der physischen Welt.

3. Die Dampfschicht: In der ersten und zweiten Schicht besteht kein wirklich bewusstes Leben. In dieser Schicht ist aber ein immer flutendes und pulsierendes Leben, so wie in der Empfindungswelt, die unsere Erde durchdringt und umgibt.

4. Die Wasserschicht: In dieser Schicht sind die Keimö┬Üglichkeiten für alles, was auf dieser Erde lebt und webt. Hier sind die Urtypenkräfte, die im Hintergrund der Gruppengeister stehen, auch die Urtypenkräfte der Mineralien, denn diese Schicht ist der unmittelbare physische Ausdruck der Region der konkreten Gedanken.

5. Die Keimschicht: Die materiellen Wissenschaftler sind in ihren Bestrebungen, den Ursprung des Lebens, das Entstehen der ersten lebenden Dinge aus der vorher toten Materie zu erforschen, oft getäuscht worden. In Wirklichkeit sollte bezüglich der okkulten Erklärung der Evolution die Frage lauten, wie denn die "toten" Dinge entstanden. Das Leben bestand, ehe die toten Formen da waren. Es baute seine Körper aus der verdünnten, nebelhaften Substanz, lange ehe diese sich zu der dichten Kruste der Erde zusammenzog. Erst als das Leben die Formen verlassen hatte, konnten sie sich kristallisieren, konnten hart und tot werden. Die Kohlen sind nur kristallisierte Pflanzenkörper. Die Koralle ist ebenfalls die Kristallisation tierischer Formen. Das Leben verlässt die Formen, und die Formen sterben. Das Leben kam niemals in eine Form, um sie zum Leben zu erwecken. Das Leben verließ die Form, und sie starb. So kamen die "tote" Dinge in die Welt. In dieser fünften Schicht ist die Urquelle des Lebens, aus welcher der Anstoß kam, alle Formen der Erde aufzubauen. Sie entspricht der Region der abstrakten Gedanken.

6. Die Feuerschicht: So sonderbar es erscheinen mag, diese Schicht ist mit Empfindung begabt. Vergnügen und Schmerz, Sympathie und Antipathie beeinflussen von hier aus die Erde. Man setzt im allgemeinen voraus, dass die Erde unmöglich irgendwelche Empfindungen haben kann. Wenn aber der Okkultist im Herbst die Ernte der reifen Frucht von den Bäumen oder das Pflücken der Blumen wahrnimmt, so nimmt er gleichzeitig auch das Wohlgefühl wahr, das die Erde dabei selbst empfindet. Es ist dem Wohlgefühl einer Kuh ähnlich, wenn ihre strotzenden Euter vom saugenden Kalb erleichtert werden. Die Erde empfindet Freude, Nahrung für ihre Nachkommenschaft in der Natur hervorgebracht zu haben, und diese Freude erreicht zur Erntezeit ihren Höhepunkt. Werden die Pflanzen andererseits mit der Wurzel ausgerissen, so weiß der Okkultist, dass die Erde einen Schmerzensstich empfängt. Daher genießt er die Pflanzennahrung nicht, die unter der Erde wächst. In erster Linie ist sie voller Erdkraft, ihr mangelt es an Sonnenenergie. Außerdem wird sie vergiftet, indem sie mit der Wurzel herausgezogen wird. Die einzige Ausnahme ist die Kartoffel, die er sparsam genießen kann, da sie ursprünglich auf der Oberfläche der Erde wuchs und erst vor verh┬Őltnisäßig kurzer Zeit unter der Erde zu wachsen begann. Die Okkultisten sind bestrebt, ihren Körper durch Früchte zu ernähren, die sich zur Sonne strecken, weil sie mehr Sonnenkraft enthalten und der Erde keinen Schmerz verursachen. Man könnte vermuten, dass der Bergbau für die Erde sehr schmerzlich ist. Gerade das Gegenteil ist der Fall, jede Durchbrechung der Erdkruste verursacht ein Gefühl der Befreiung und jede Verdichtung ist eine Quelle des Schmerzes. Wo ein Gebirgsstrom das Erdreich fortspült und ihn zur Ebene trägt, fühlt sich die Erde freier. Wo die gelöste Materie wieder abgelagert wird, wie in den Sandbänken an der Mündung großer Flüsse, besteht ein entsprechendes Gefühl des Unbehagens. Wie die Menschen und Tiere ihre Sinneswahrnehmung ihrem gesonderten Lebensleib verdanken, so ist das Gefühl der Erde besonders in der sechsten Schicht tätig, die der Welt des Lebensgeistes entspricht. Um das Wohlbehagen zu verstehen, das verspürt wird, wenn Bergarbeiten den starren Felsen durchbrechen, und den Schmerz, wenn sich Schwemmprodukte ablagern, müssen wir uns daran erinnern, dass die Erde der dichte Körper eines großen Geistes (spirit) ist. Um uns passende Lebensmöglichkeiten zum Sammeln unserer Erfahrungen bereitstellen zu können, musste er seinen Körper in den gegenwärtigen festen Zustand kristallisieren. Mit dem Fortschritt der Evolution, in der sich der Mensch die Lehren aneignet, die auf diesem Höhepunkt der Verdichtung gegeben werden können, wird die Erde immer weicher und ihr Geist immer freier werden. Das meinte Paulus, als er von der ganzen Schöpfung sprach, die seufzend und arbeitend dem Tag der Befreiung entgegengehe.

7. Die widerspiegelnde Schicht: Dieser Teil der Erde entspricht der Welt des göttlichen Geistes. Dort befindet sich das, was man in der okkulten Wissenschaft als die "sieben unaussprechlichen Geheimnisse" bezeichnet. Denen, die mit diesen Geheimnissen nicht bekannt sind und die keine Ahnung von ihrer Bedeutung haben, müssen die Eigenschaften dieser Schicht besonders absurd und grotesk erscheinen. In ihr bestehen all die Kräfte, die uns als die "Naturgesetze" bekannt sind, als moralische oder besser gesagt, als unmoralische Kräfte. Zu Beginn der bewussten Laufbahn des Menschen waren sie viel schlimmer, als sie es jetzt sind. Es scheint aber, dass diese Kräfte sich ebenfalls verbessern, wenn die Menschheit an Moral zunimmt. Jeder Verstoß gegen die Moral führt dazu, diese Naturkräfte loszulassen und auf der Erde Verwüstungen anzurichten. Das Streben nach höheren Idealen mildert ihre feindliche Einstellung zur Menschheit. So sind die Kräfte in dieser Schicht zu jeder Zeit eine genaue Spiegelung des moralischen Zustandes der Menschheit. Vom okkulten Standpunkt aus war die "Hand Gottes", die Sodom und Gomorrah verwarf, kein törichter Aberglaube. Denn so sicher wie jeder einzelne die guten und schlechten Früchte seiner Handlungen, entsprechend seiner persönlichen Verantwortung dem Gesetz der Ursache und Wirkung gegenüber erntet, so gibt es auch eine Verantwortlichkeit für die Gemeinschaften der Völker. Gemeinsame Handlungen ganzer Menschengruppen rufen entsprechende Wirkungen hervor. Die Naturkräfte sind die ausübenden Organe dieser wiedervergeltenden Gerechtigkeit. Sie veranlassen Fluten, Erdbeben oder wohltätige Ansammlungen von Öl oder Kohle, die einzelnen Volksteilen ihren Verdiensten entsprechend zugute kommen.

8. Die Atomistische Schicht: Das ist der Name, den die Rosenkreuzer dieser achten Schicht gegeben haben, welche der Ausdruck der Welt der jungfräulichen Geister (spirits) ist. Sie scheint die Fähigkeit zu haben, die Dinge in sich zu vervielfältigen. Dies gilt jedoch nur für diese Dinge, die fest umrissen geformt worden sind. Ein ungeformter Holzklotz oder ein unbehauener Stein hat hier keine Existenz, aber auf alles, was geformt wurde, was Leben oder Form hat (wie eine Blume oder ein Bild), übt diese Schicht ihre Wirkung aus, um es in einem erstaunlichen Grad zu vervielfältigen.

9. Der Materielle Ausdruck des Erdgeistes: Hier befinden sich die schleifenförmigen (Lemniskate) Ströme, die innig mit dem Gehirn, dem Herzen und den Geschlechtsorganen der menschlichen Rasse verbunden sind. Diese Schicht entspricht der Welt Gottes.

10. Das Zentrum des Seins des Erdgeistes: Darüber kann gegenwärtig nicht mehr gesagt werden, als dass es der allerletzte Keimgrund all dessen ist, was in und auf der Erde besteht, und dass es dem Absoluten entspricht.

Die Zusammensetzung der Erde (Diagramm 18)

Von der sechsten oder der Feuerschicht führen eine Anzahl von Mündungen zur Oberfläche der Erde, deren äußere Endungen "vulkanische Krater" genannt werden.

Wenn die Naturkräfte in der siebten Schicht entfesselt werden, so dass sie in vulkanischen Ausbrüchen hervorstürzen können, setzen sie die feurige (sechste) Schicht in Bewegung. Diese Bewegung setzt sich bis zum Mund des Kraters fort. Die Masse der ausströmenden Materie wird der zweiten Schicht entnommen, denn sie ist der dichtere Doppelgänger der sechsten Schicht, so wie der Lebensleib, der zweite Träger des Menschen, das dichtere Ebenbild des Lebensgeistes, des sechsten Prinzipes, ist.

Diese flüssige Schicht, der Ausdehnbarkeit und Explosivkraft zu eigen ist, sichert den Eruptionen einen unbegrenzten Vorrat an Material. Die Berührung mit der Außenwelt verhärtet den Teil des Materials, der nicht in den Raum hinausgewirbelt wird und bildet Lava und Staub, bis endlich, so wie das gerinnende Blut einer Wunde, das Fließen sich selbst hemmt und stillt und die Lava die Öffnung der inneren Erdteile versiegelt.

Wie man schon aus der Tatsache schließen kann, dass es die widergespiegelten unmoralischen und ungeistigen Tendenzen des Menschen sind, welche die Naturkräfte in der siebten Erdschicht zu vernichtender Tätigkeit erwecken, so unterliegen gewöhnlich auch lasterhafte und entartete Menschen diesen Katastrophen. Sie werden durch übermenschliche Kräfte zusammen mit denen, deren selbsterzeugtes Schicksal unter dem Gesetz der Ursache und Wirkung einen gewaltsamen Tod erfordert, aus verschiedenen Ländern an der Ausbruchsstelle versammelt. Die Ausbrüche des Vesuv z.B. werden für den Nachdenkenden eine Bestätigung dieser Feststellung sein.

Eine Liste der Ausbrüche, die seit den letzten 2000 Jahren stattfanden (bis 1909) zeigt, dass ihre Zahl mit der Zunahme des Materialismus wuchs. Besonders in den letzten 60 Jahren haben, in dem Maß, wie die Anmaßung der materialistischen Wissenschaft wuchs, die alles Geistige verneint und leugnet, die Zahl der Ausbrüche zugenommen.

Während in den ersten 1000 Jahren nach Christus nur 6 Ausbrüche stattfanden, haben sich die letzten 5, wie gezeigt werden wird, innerhalb von 51 Jahren ereignet (Stand 1909).

Der erste Ausbruch während der christlichen Zeitrechnung vernichtete Herkulanum und Pompeji und brachte Plinius den ├älteren (79 n. Chr.) ums Leben. Die anderen Eruptionen folgten in den Jahren 203, 472, 512, 652, 982, 1036, 1158, 1500, 1631, 1737, 1794, 1822, 1855, 1872, 1885, 1891, 1906.

In den ersten 1000 Jahren waren 6 Ausbrüche, in den zweiten 1000 Jahren waren es 12, von denen die letzten 5 innerhalb der letzten 51 Jahre erfolgten, wie bereits festgestellt wurde.

Von den gesamten 18 Ausbrüchen fanden die ersten neun im sogenannten "dunklen Zeitalter" statt. Das waren die 1600 Jahre, während derer die westliche Welt von denen beherrscht wurde, die gewöhnlich "Heiden" hießen, oder von der römisch-katholischen Kirche. Der Rest hat während der letzten 300 Jahre stattgefunden, während derer der Beginn und der Ausbau der modernen Wissenschaft mit ihren materialisierenden Tendenzen fast die ganze Geistigkeit aus der Welt vertrieben hat, besonders in der letzten Hälfte des 19.Jahrhunderts. Daher fiel beinahe ein Drittel der gesamten Ausbrüche in diese Zeit.

Um diesem entsittlichenden Einfluss entgegenzuarbeiten, wurde an die Menschheit während dieser Zeit von den Älteren Brüdern der Weisheit, die immer zum Segen der Menschheit arbeiten, ein großer Teil okkulter Belehrungen ausgegeben. Man hofft, dass es durch die Offenbarung dieser Erkenntnisse und durch die Erziehung jener Wenigen, die sie in sich aufnehmen wollen, möglich sein wird, die Flut des Materialismus einzudämmen. Die Vertreter des Materialismus wären sonst ernsthaften Folgen ausgesetzt. Menschen, die lange das Vorhandensein alles Geistigen geleugnet haben, sind nicht imstande, ihr inneres Gleichgewicht zu finden, wenn sie entdecken, dass sie, wenn sie ihres dichten Körpers beraubt worden sind, doch noch am Leben sind. Diesen Menschen kann ein Schicksal zuteil werden, das zu traurig ist, um mit Gleichgültigkeit betrachtet zu werden. Eine der Ursachen der gefürchteten "wei┬žßen Plage" ist dieser Materialismus, der vielleicht nicht einmal im gegenwärtigen Leben des Menschen besonders nachweisbar zu sein braucht, der aber das Resultat vergangener materialistischer Anschauungen und Behauptungen ist.

Wir haben vom Tod Plinius des Älteren, zur Zeit der Zerstörung Pompejis, gesprochen. Es ist interessant, das Schicksal eines solchen Gelehrten zu verfolgen, nicht so sehr des Individuums, als des Lichtes wegen, das es auf die Art und Weise wirft, wie die Okkultisten im Gedächtnis der Natur lesen, wie die Eindrücke darauf hervorgebracht werden, und wie sich die Folgen der Vergangenheit in den gegenwärtigen Bestrebungen äußern.

Wenn ein Mensch stirbt, so löst sich sein dichter Körper auf. Die Gesamtsumme seiner Kräfte kann aber in der siebten oder widerspiegelnden Erdschicht gefunden werden, von der man sagen kann, dass sie vergangene Formen als Kräfte aufbewahrt. Wenn wir die Todesstunde eines Menschen kennen und dieses Reservoir durchforschen, so ist es möglich, dort seine Form zu finden.

Man findet sie nicht nur in der siebten Schicht, da die achte oder atomistische Schicht sie vervielfältigt, so dass jeder beliebige Typus von anderen wiederholt und abgeändert werden kann. So wird er wieder und immer wieder zur Bildung anderer Körper benutzt. Die Neigungen eines Gehirns wie Plinius des Älteren können 1000 Jahre später wiederholt und teilweise die Ursache der gegenwärtigen Flut materialistischer Gelehrter geworden sein.

Für moderne materialistische Gelehrte gibt es noch viel zu lernen und zu verlernen. Obwohl sie bis aufs Äußerste das bekämpfen, was sie als "illusorische Ideen" der okkulten Gelehrten bezeichnen, werden sie doch gezwungen, deren Wahrheiten eine nach der anderen anzuerkennen und anzunehmen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie genötigt sein werden, sie alle anzuerkennen.

Mesmer, der von den Äteren Brüdern gesandt wurde, ist restlos verlacht worden. Als aber die Materialisten die von ihm entdeckte Kraft "Hypnotismus" anstatt "Mesmerismus" nannten, wurde sie auf einmal "Wissenschaftlich".

Im Jahre 1889 sagte Frau H. P. Blavatsky, eine treue Schülerin östlicher Meister, dass die Erde außer den zwei Bewegungen, die Tag und Nacht und die Jahreszeiten hervorbringen, eine dritte Bewegung habe. Sie sagte, dass die Bewegung der Erdachse durch eine Bewegung hervorgebracht wird, die mit der Zeit den Nordpol dorthin bringt, wo jetzt der Äquator ist, und dann dorthin, wo sich jetzt der Südpol befindet. Dieses, sagte sie, sei den alten Ägyptern bekannt gewesen, und die berühmte Planisphäre von Dendera zeige, dass sie Kenntnis von drei Bewegungen hatten. Diese Feststellungen wurden ebenso wie ihr unübertroffenes Werk "Die Geheimlehre" verschrien.

Vor ein paar Jahren entdeckte ein Astronom, Herr G. E. Sutcliffe aus Bombay, dass Laplace in seinen Berechnungen einen Fehler gemacht habe, was er auch mathematisch nachwies. Die Entdeckung und Richtigstellung dieses Irrtums bestätigte mathematisch das Dasein einer dritten Erdbewegung, wie H. P. Blavatsky sie angeführt hatte. Sie lieferte auch eine Erklärung für die bisher verwirrende Tatsache, dass in der Polarzone die Überreste tropischer Tiere und Pflanzen gefunden wurden. Eine solche Bewegung muss unbedingt in entsprechender Zeit an allen Orten der Erde tropische Perioden und Eiszeiten erzeugen, wie es ihrer wechselnden Stellung der Sonne gegenüber entspricht.

Herr Sutcliffe schickte der Zeitschrift "Nature" darüber einen Bericht. Diese Zeitschrift weigerte sich jedoch, ihn abzudrucken, und als der Autor seine Entdeckung schließlich in einer Flugschrift veröffentlichte, erregte er einen Sturm von Missbilligung. Es war bekannt, dass er "Die Geheimlehre" eingehend studiert hatte. Das erklärt die feindliche Annahme und ihre Begleiterscheinungen, die seine Darstellung fand.

Später aber konstruierte ein Franzose, der ein Mechaniker, aber kein Astronom war, einen Apparat, der die weitgehende Möglichkeit einer solchen Bewegung darstellte. Der Apparat wurde in der Luisiana Purchase Exhibition in St. Louis ausgestellt und von M. Camille Flammarion als der Forschung wert, aufs wärmste begrüßt. Hier lag etwas Greifbares, etwas "Mechanisches" vor, und der Herausgeber des "Der Monist", der zwar den Erfinder als einen Mann darstellte, der etwas unter "mystischen Illusionen" leide (er hatte nämlich behauptet, dass die alten Äypter Kenntnis von dieser dritten Bewegung gehabt hätten), übersah dennoch großmütig diese Entgleisung und sagte, dass er deshalb den Glauben an die Theorie des Herrn Beziau nicht verloren habe. Er veröffentlichte einen Aufsatz und eine Erklärung des Herrn Beziau, worin diese Bewegung und ihre Wirkungen auf die Erde in ähnlichen Ausdrücken beschrieben wurden, wie Frau Blavatzky und Herr Sutcliffe sie angewandt hatten. Herr Beziau ist nicht ausdrücklich als ein Okkultist "deklariert", weshalb seine Entdeckung in Betracht gezogen wird.

Man könnte viele Beispiele dafür anführen, dass okkulte Belehrungen später von der materialistischen Wissenschaft bestätigt wurden. Eine davon ist die Atomtheorie, die in den griechischen Philosophien und später in der "Geheimlehre" vertreten wird. Sie wurde dann 1897 angeblich von Professor Thomson "entdeckt".

In Herrn A. P. Sinnett`s wertvollem Werk "Das Wachstum der Seele", das 1896 veröffentlicht wurde, stellte der Autor fest, dass sich außerhalb der Bahn des Neptun zwei Planeten befinden, von denen jedoch seiner Ansicht nach nur einer von den Astronomen entdeckt werden würde. In der Zeitschrift "Nature", August 1906, wird die Feststellung gemacht, dass Professor Barnard durch den ca. 91 cm Lick-Refractor (Lick Sternwarte in den USA) im Jahre 1892 einen solchen Planeten entdeckt habe. Er hatte sich darin durchaus nicht geirrt, hatte aber mit der Veröffentlichung der Entdeckung vierzehn Jahre gewartet. Darüber braucht man nicht bekümmert zu sein. Die Hauptsache ist, das der Planet da ist, und dass A. P. Sinnett zehn Jahre zuvor, als Professor Barnard den Anspruch erhob, ihn entdeckt zu haben, bereits in seinem Buch darüber geschrieben hatte. Vermutlich hätte vor 1906 die Ankündigung des neuentdeckten Planeten Unordnung in einige allgemein anerkannte Theorien gebracht!

Es gibt viele solcher Theorien. Die Kopernikanische Theorie ist nicht absolut richtig, auch gibt es viele Tatsachen, die durch die bekannte Nebeltheorie allein nicht geklärt werden können. Der berühmte dänische Astronom Tycho Brahe wies die Kopernikanische Theorie zurück. Er hatte gute Gründe, dem Ptolemäischen System treu zu bleiben, weil die Bewegungen der Planeten darin durchaus richtig berechnet wurden, während die Kopernikanische Theorie eine Korrekturtabelle erforderte. Das Ptolemäische System ist vom Standpunkt der Empfindungswelt aus richtig und enthält manches in der physischen Welt Verwendbare.

Von vielen werden die Feststellungen, die in den vorhergehenden Seiten gemacht wurden, als phantastisch angesehen. Sei dem so! Die Zeit wird allen die Kenntnis der hier dargestellten Tatsachen bringen. Dieses Buch ist nur für die wenigen geschrieben, die ihren Verstand von den Fesseln der orthodoxen Wissenschaft und der orthodoxen Religion befreit haben und die bereit sind, diese Lehren solange anzunehmen, bis bewiesen wurde, dass sie falsch sind.

Fortsetzung:

Alte Wahrheiten in modernem Kleid



Kosmo Konzeption


Die kosmische Konzeption - eine Philosophie über das Warum im Leben - beantwortet und vermittelt uns in klaren und einfachen Worten das Basiswissen der Weisheitslehre der Rosenkreuzer und stellt für jeden Menschen, der auf der Suche nach seiner Lebensaufgabe ist, einen Goldschatz an Informationen dar. Sie ist ein umfassendes Nachschlagewerk für alle, die sich mit den grundlegenden Fragen des menschlichen Lebens befassen - dazu zählen ganz persönliche als auch weltliche Fragen. (716 Seiten, gebunden)

Autor: Max Heindel
ISBN: 978-3-906414-00-3
Erhältlich in Ihrem regionalen Buchhandel


© RCF Rosenkreuzer Freundeskreis